Wie Bauernhoftiere Kinder vor Asthma schützen können

Auf Bauernhöfen wird das Immunsystem von Kindern trainiert. Dadurch kommen Allergien seltener vor. Foto: CanStock Photo.

Kinder wachsen auf Bauernhöfen meistens viel gesünder auf als in der Stadt. Sie leiden weitaus weniger an Heuschnupfen und anderen Allergien und erkranken auch seltener an Asthma. Obwohl nach den Ursachen schon länger geforscht wird, tappt man bei den tatsächlichen Zusammenhängen noch weitgehend im Dunkeln.

Wissenschaftler haben beobachtet, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Allergien erkranken. Und zwar bis zu fünf Mal seltener. Entsprechend groß ist daher die Hoffnung, irgendwo in den Ställen und Scheunen eine wissenschaftlich haltbare Erklärung und möglicherweise ein wirksames Mittel gegen Allergien zu finden.

Auch wenn es anfangs nur eine Vermutung war, vertreten heute viele Fachleute die Ansicht, dass es vor allem der kunterbunte Mix an Mikroorganismen ist, der die Kinder am Bauernhof vor Allergien schützt. Weil die Kleinen dort schon sehr früh mit unterschiedlichsten Mikroben in Kontakt kommen, wird ihr Immunsystem ständig trainiert und lernt so früher und besser als das von Stadtkindern, für den Körper harmlose Stoffe als solche zu erkennen und zu ignorieren. So kommt es erst gar nicht zu allergischen Reaktionen.

Kinder sind auf Bauernhöfen immer wieder in Kontakt mit den dort lebenden Tieren, wachsen sozusagen mit Kühen, Schweinen, Hühnern, Katzen und vielen anderen Tieren auf. Sie essen und trinken viel häufiger tierische Produkte in weitgehend naturbelassenem Zustand und eignen sich somit wichtige Schutzmechanismen an.

Schützendes Molekül entdeckt

Vor einiger Zeit sind Schweizer Wissenschaftler zudem auf ein Molekül gestoßen, das in Bauernhoftieren vorkommt und das offenbar dazu in der Lage ist, Asthmaerkrankungen vorzubeugen. Es schützt, wie sich herausgestellt hat, gegen Entzündungen des Lungengewebes.

Das betreffende Molekül ist bei Wirbeltieren verbreitet, kommt im menschlichen Organismus von Natur aus aber nicht vor. Kommt der Mensch jedoch damit in Kontakt, wird bei ihm eine Antikörperreaktion ausgelöst, die sich im Labor anhand von Blutproben nachweisen lässt. So konnte man zeigen, dass Kinder, bei denen sich viele dieser Antikörper gebildet haben, weitaus seltener an Asthma erkranken.

Mit der Entdeckung dieses Moleküls verbindet man nun die Hoffnung, es künftig für die Vorbeugung gegen Asthmaerkrankungen einsetzen zu können. Wenn das gelingt, könnte man damit auch Stadtkinder frühzeitig schützen und somit einen wichtigen Grundstein für eine bessere Gesundheit legen.

Werner M. Thelian