Krebs ist eine sehr alte Krankheit

Krebs ist eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit, zugleich aber auch eine sehr alte Krankheit, mit der sich Menschen schon seit Jahrtausenden herumschlagen. Foto: Can Stock Photo.

Gegen Krebs wurden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Therapien angewendet. Neben Aderlass und Operation wurde auch so manches Geheimrezept ausprobiert.

Krebs ist eine der häufigsten und gefürchtetsten Krankheiten unserer Zeit, zugleich aber auch ein sehr altes Leiden. Es begleitet die Menschheit schon seit vielen Jahrtausenden. Allerdings wurden viele Menschen früher erst gar nicht so alt, um an Krebs zu erkranken und schließlich daran zu sterben. Sie verloren ihr Leben meistens schon vorher – v.a. durch die allgegenwärtigen Infektionskrankheiten.

Als „Krebs“ wird die Krankheit, die durch das abnorme Wachstum von Zellen charakterisiert ist, schon seit der Antike bezeichnet. Der Schöpfer des Namens dürfte Hippokrates von Kos, der berühmteste Arzt der Antike, gewesen sein, der sich um 400 v. Chr. bei der Betrachtung eines harten, panzerartigen Brustgeschwürs an ein Tier erinnert sah, das sich in das Fleisch eingräbt. Ein solches Geschwür nannte er „karkinos“, also „Krebs“. Auch späteren Ärzte- und Patientengenerationen erschien der Begriff als recht passend – u.a. deshalb, weil sich Krebs oft langsam und schleichend im Körper ausbreitet und nach und nach den gesamten Organismus erfasst.

Sehr unterschiedlich waren allerdings die Rezepte und Behandlungsmethoden, mit denen man im Laufe der Jahrhunderte dem Krebs beizukommen versuchte. So wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit neben dem weitverbreiteten Aderlass, mit dem das Gleichgewicht der Körpersäfte wiederhergestellt werden sollte, auch allerhand Geheimrezepte befolgt. Zum Einsatz kamen sogar Schildkrötenleber und Ziegenmist. Auch Versuche, den Krebs durch Herausschneiden zu besiegen, hat es immer wieder gegeben.

Später griff man entweder weiterhin zum Skalpell, um den Tumor möglichst gründlich zu entfernen, oder versuchte, ihn auf andere Weise zu zerstören (z.B. mit Röntgenstrahlen).

Im 20. Jahrhundert führte der Fortschritt in der Medizin zu neuen, immer wirksameren Krebstherapien – neben operativen Maßnahmen und Strahlentherapien kamen auch Chemotherapien auf, die Krebs mit kombinierten Wirkstoffen bekämpfen. Eine wichtige Weiterentwicklung ist auch die Antikörpertherapie, mit der man die Absicht verfolgt, Tumorzellen gezielt anzugreifen, ohne dabei gesunde Zellen in Mitleidenschaft zu ziehen.

Werner Thelian