Achtung! Viele Herzinfarkte verlaufen „stumm“

Am Weltherztag, der alljährlich am 29. September stattfindet, steht das Thema Herzgesundheit im Mittelpunkt. Weltweit bemühen sich zahlreiche Organisationen, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen, die Öffentlichkeit u.a. über Herzinfarkt, Schlaganfall und spontanen Herzstillstand aufzuklären. Foto: CanStock Photo.

In Österreich sterben Jahr für Jahr rund 15.000 Menschen an den Folgen eines Herzinfarkts. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zahl der sogenannten „stummen” Infarkte offenbar weitaus größer ist als bisher angenommen. Auch wenn sie mehr oder weniger ohne klassische Symptome verlaufen, sind sie mindestens genauso gefährlich.

Sogenannte „stumme” Herzinfarkte verlaufen untypisch, sind jedoch genauso gefährlich und können auch genauso tödlich sein. Rund 45 Prozent, also beinahe jeder zweite Herzinfarkt, fällt in diese Kategorie. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls Wissenschaftler der amerikanischen Wake Forest School of Medicine, die im Rahmen einer Studie etwa 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen Zeitraum von insgesamt neun Jahren beobachteten.

Wenig bis gar keine  Symptome

Alle Probanden waren zu Beginn der Studie gesund, allerdings erlitten 703 von ihnen im Untersuchungszeitraum einen Herzinfarkt. Davon waren 386 Herzinfarkte insofern typisch, als sie die klassischen Symptome aufwiesen. Bei Männern äußerten sie sich meistens als Schmerz hinter dem Brustbein, durch Atemnot und kalten Schweiß, während sich bei Frauen eher eine allgemein verringerte körperliche Leistungsfähigkeit bemerkbar machte.

Die anderen 317 von einem Herzinfarkt betroffenen Studienteilnehmer hatten jedoch einen „stummen” Herzinfarkt. Obwohl sie wenig bis gar keine Symptome zeigten, waren die Infarkte im Nachhinein mittels EKG feststellbar.

Frauen sind öfter betroffen als Männer

Im Rahmen der US-amerikanischen Studie zeigte sich auch, dass „stumme” Infarkte mindestens so schwerwiegend sind wie die typischen Infarkte und oft sogar nach fataler verlaufen. Wird der Herzinfarkt nämlich nicht oder viel zu spät entdeckt, können auch die erforderlichen Therapiemaßnahmen nicht oder erst sehr spät eingeleitet werden. Damit steigt dann auch die Gefahr, früher oder später an der Herzerkrankung zu sterben. Übrigens zeigte sich auch recht deutlich, dass Frauen weitaus häufiger von einem stummen Infarkt betroffen sind als Männer.

Die Risikofaktoren bleiben dieselben

Auch wenn sich die stummen Infarkte hinsichtlich der Symptome sehr deutlich von typischen Herzinfarkten unterscheiden, so sind die hauptsächlichen Risikofaktoren doch dieselben: Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Cholesterinspiegel und Bewegungsmangel. Wer seiner Gesundheit also viel Gutes tun und vor allem auch sein individuelles Herzinfarktrisiko nachhaltig senken möchte, sollte in erster Linie die Hauptrisikofaktoren bei Zeiten ausschalten bzw. reduzieren.

Werner Thelian

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