Rasche Hilfe bei Bienen- und Wespenstichen

Richtiges und falsches Verhalten

Ob Allergiker oder nicht – über das richtige Verhalten bei der Begegnung mit Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln sollte jeder Bescheid wissen. So kann man nämlich unangenehme Überraschungen und so manche daraus entstehende gefährliche Situation besser vermeiden.

Sowohl Bienen als auch Wespen sind schon zeitig im Frühjahr unterwegs. Während die Honigbienen jedoch mit ihrem gesamten Staat überwintert haben und daher rasch damit beginnen können, Blütenpollen zu sammeln, sind die Wespen noch mit der Gründung ihrer Kolonien beschäftigt. Daher kommen Bienenstiche schon im Frühjahr relativ häufig vor, während die Gefahr von Wespenstichen gegen den Sommer hin allmählich ansteigt und im Spätsommer oder Herbst ihren Höhepunkt erreicht.

Um Stiche zu vermeiden, sollte man den Insekten so gut wie möglich aus dem Weg gehen. Sind Bienen oder Wespen in der Nähe, sollte man hektische Bewegungen unbedingt vermeiden, nicht in Panik geraten und keinesfalls nach den Insekten schlagen. Bienen sind von sich aus friedlich, und auch Wespen greifen normalerweise nur dann an, wenn sie gereizt werden und sich bedroht fühlen.

Besondere Vorsicht ist beim Barfußgehen und beim Essen und Trinken im Freien angebracht. Nahrungsmittel und Getränke ziehen die Insekten nämlich immer an. Wenn man unvorsichtig ist, kann es sogar passieren, dass man eines der Tiere schluckt, was fast immer zu einer gefährlichen und lebensbedrohlichen Situation führt. Daher sollte man Nahrungsmittel und Getränke im Freien immer gut abdecken und niemals direkt aus Flaschen oder Dosen trinken.

Sind auch die Stiche anderer Insekten gefährlich?

Bienen- und Wespenstiche sind in unseren Breiten die mit Abstand häufigsten Auslöser für Insektengiftallergien. Aber auch das Gift von Hornissen und Hummeln kann zu allergischen Reaktionen führen, was jedoch viel seltener vorkommt. Auch die Stiche oder Bisse der hierzulande beheimateten Mücken oder Bremsen sind nur sehr selten allergieerregend.

Eine gewisse Gefahr bergen laut Fachleuten auch Ameisen, deren Gift in unseren Breiten jedoch als Allergieauslöser kaum eine Rolle spielt. Größere Vorsicht ist dagegen bei Reisen nach Lateinamerika, Australien, Südostasien und in den Süden der USA geboten. Dort ist nämlich die Feuerameise verbreitet, deren starkes Gift bei Insektenallergikern innerhalb kürzester Zeit zu besonders heftigen allergischen Reaktionen führen kann.

Die spezifische Immuntherapie ist ein Ausweg für Allergiker

Für Allergiker gibt es abseits von Vorsicht und Vermeidung eine Allergie-Impfung, die in den allermeisten Fällen einen sicheren und wirksamen Schutz vor allergischen Reaktionen bietet. Die spezifische Immuntherapie (auch SIT) hat das Ziel, den Körper schrittweise an das Insektengift, gegen das er allergisch ist, zu gewöhnen und gegenüber den in ihm enthaltenen Allergenen zu desensibilisieren. Die Erfolgsquote dieser Vorgehensweise ist besonders hoch: Nach fünf Jahren beträgt sie bei einer Bienengiftallergie über 80 Prozent, bei einer Wespengiftallergie sogar über 95 Prozent. Die Wirkung hält jahrelang an und kann danach wieder aufgefrischt werden. Informationen über die Therapie erhält man bei allergologisch ausgebildeten Fachärzten.