Rasche Hilfe bei Bienen- und Wespenstichen

Warum kann das Gift Allergikern so gefährlich werden?

Der Grund dafür ist, wie bei allen Allergikern, das Immunsystem des menschlichen Körpers, das u.a. die Aufgabe hat, den Körper vor gefährlichen Fremdstoffen zu schützen. Mit seinen ausgeklügelten Abwehrmechanismen geht das Immunsystem normalerweise gegen Viren, Keime und Erreger vor. Bei Allergikern reagiert es jedoch auch auf bestimmte an sich harmlose Stoffe, die für gesunde Menschen keinerlei Bedrohung darstellen würden. Solche Stoffe, die sogenannten Allergene, können sich auch im Gift von Bienen oder Wespen befinden und sind auch deshalb besonders gefährlich, weil sie durch den Stich direkt in den Körper injiziert werden. So gelangen sie rasch in die Blutbahn, weshalb schon ein einziger kleiner Stich ausreicht, um zum Auslöser einer dramatischen Situation zu werden.

Wenn ein Stich passiert

Wenn ein Insektenstich passiert, ist Panik keinesfalls ein gutes Rezept. Kommt es nach dem Stich zu einer kleinen Schwellung oder zu einer Quaddel an der Einstichstelle, dann ist das durchaus normal und noch kein Grund zur Besorgnis. Bedrohlich wird es allerdings dann, wenn etwa ein Hautausschlag nicht nur lokal begrenzt auftritt, sondern sich großflächig über den Körper ausbreitet.

Ein weiteres deutliches Anzeichen, das mit oder ohne Hautausschlag auftreten kann, sind übergroße Schwellungen, Schwellungen im Gesicht oder am Hals, Kribbeln an den Innenflächen von Händen oder Füßen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Atemnot, Herzrasen oder sogar ein Kreislaufkollaps. Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer starken allergischen Reaktion auszugehen. Der Wettlauf mit der Zeit hat längst begonnen. Immer und auf jeden Fall den Notarzt und die Rettung alarmieren. Innerhalb weniger Minuten kann es zu einem lebensgefährlichen Kreislaufschock kommen.

Wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht

Aber auch abseits solch dramatischer Zwischenfälle empfehlen die Fachleute jedem, der schon einmal nach einem Insektenstich eine allergische Reaktion gezeigt hat, einen Allergietest durchführen zu lassen. Liegt nämlich tatsächlich eine Insektengiftallergie vor, hat sich mit dem ersten Stich das Immunsystem des Betroffenen auf das Allergen eingestellt, dafür „sensibilisiert”. Schon beim nächsten Mal wird es umso heftiger reagieren.

Der Test selbst, von einem allergologisch ausgebildeten Facharzt oder in der Allergieambulanz eines Krankenhauses durchgeführt, gibt zwar Aufschluss über das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein einer Allergie, aber trotzdem können mit den herkömmlichen Tests nur sehr schwer Aussagen über das tatsächliche individuelle Ausmaß der Gefährdung gemacht werden. Auf jeden Fall wird der Arzt den Patienten jedoch mit wichtigen Tipps und Ratschlägen versorgen und auch entsprechende Notfallmedikamente verschreiben, die der Insektengiftallergiker künftig am besten immer bei sich trägt. So kann er sie im Ernstfall unverzüglich einnehmen.

Ein solches Notfallset beinhaltet verschiedene Medikamente, vor allem jedoch einen Adrenalin-Autoinjektor, der den Kreislauf rasch wieder stabilisiert. Wichtig ist es auch, dass Betroffene entsprechend aufgeklärt werden, um das Set im Notfall richtig einsetzen zu können.