Rasche Hilfe bei Bienen- und Wespenstichen

Offene Flaschen und Getränkedosen sind für Wespen (oben) und Bienen verlockend. Ein unachtsamer Schluck kann einen schweren Zwischenfall provozieren. Foto: CanStock Photo.

Für sie kann schon ein kleiner Stich gefährlich sein. Rund 300.000 Österreicherinnen und Österreicher reagieren allergisch auf das Gift von Bienen oder Wespen und sind bei jeder Begegnung mit den Insekten erheblichen Gefahren ausgesetzt. Tatsächlich führen Bienen- und Wespenstiche besonders oft zu ernsten Zwischenfällen und können im Extremfall sogar tödlich sein. Umso wichtiger ist es, die Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen und die Tipps und Ratschläge der Experten zu beachten, um sich und anderen im Ernstfall rasch Hilfe leisten zu können.

Jene Menschen, die nach dem Stich einer Biene oder Wespe allergisch reagieren, haben unter den Allergikern in gewisser Hinsicht eine Ausnahmestellung. Ihre Allergie ist nicht nur saisonal recht genau zu begrenzen, sondern macht sich auch erst dann, wenn der Fall der Fälle eintritt und es tatsächlich zu einem Stich kommt, bemerkbar. Dann allerdings sehr rasch und oft auch besonders heftig.

Weil unliebsame Begegnungen mit dem Giftstachel der Insekten für den Einzelnen doch eher die Ausnahme bleiben, nehmen viele Betroffene die damit einhergehende Gefahr auf die leichte Schulter oder wissen – was übrigens recht häufig vorkommt – gar nicht, dass sie zur Gruppe der Bienen- und Wespengiftallergiker gehören. Entsprechend groß ist auch die Dunkelziffer. Jedenfalls gehen Experten davon aus, dass mindestens 300.000 Österreicherinnen und Österreicher auf die Stiche von Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln allergisch reagieren. Weil die jeweiligen Auswirkungen jedoch sehr unterschiedlich sein können und etwa Bienengiftallergiker nicht zwangsläufig auch Wespengiftallergiker sein müssen, lässt sich nur sehr schwer abschätzen, wie viele letztlich als hoch gefährdet einzustufen sind.

Zwar besteht für Bienen- und Wespengiftallergiker die Möglichkeit, sich einer besonders wirksamen und beinahe zu 100 Prozent erfolgreichen Insektengift-Immuntherapie zu unterziehen, aber nur etwa 20 Prozent der Betroffenen machen davon tatsächlich auch Gebrauch. Weil sich die Therapie, bei der man den Körper mit einer Spritzenkur allmählich an das allergieauslösende Gift gewöhnt, lange dauert und normalerweise einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in Anspruch nimmt, wird sie oft vorzeitig wieder abgebrochen.

Im Sommer ein fast tägliches Bild in der Krankenhaus-Notaufnahme

Dass gefährliche, manchmal sogar lebensbedrohliche Zwischenfälle als Folge von Insektenstichen keine Seltenheit sind, kann man in jedem Sommer in den Notaufnahmen der Krankenhäuser beobachten. Fast täglich wird mindestens ein Patient eingeliefert, der nach einem Bienen- oder Wespenstich medizinisch versorgt werden muss. Jedes Jahr sterben in Österreich etwa vier bis fünf Menschen an den Folgen eines Bienen- oder Wespenstichs. Dass es gerade Erwachsene sind, die besonders häufig in einen kritischen Zustand geraten, führen die Fachleute auch darauf zurück, dass bei Älteren oft zusätzliche Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislaufprobleme) vorliegen, die die Auswirkungen einer Insektengiftallergie deutlich verstärken können. Im Gegensatz dazu reagieren zwar auch viele Kinder allergisch, aber bei ihnen verläuft die Allergie meist weniger schwer. Dennoch müssen auch sie im Ernstfall unverzüglich ins Krankenhaus gebracht und medizinisch versorgt werden.