Krafttraining im Alter kann sehr sinnvoll sein

Das Altern gehört zum Leben. Wie und wie rasch wir altern und ob wir dabei bei einigermaßen guter Gesundheit bleiben, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Foto: CanStock Photo.

Regelmäßiges Training mit einem elastischen Band hilft Seniorinnen und Senioren, den Abbau der Muskelmasse zu hemmen und die körperliche Fitness zu verbessern. Positive Auswirkungen dieses Trainings ließen sich auch noch bei über 80 Jahre alten Frauen nachweisen.

Dass regelmäßige Kraftübungen mit einem elastischen Band auch noch die Fitness von Frauen über 80 deutlich verbessern, konnten Sportmediziner und Ernährungswissenschaftler der Universität Wien nachweisen. Im Rahmen der „Vienna Active Ageing Study“ wurden 91 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 83,6 Jahren untersucht.

Die Testpersonen wurden nach dem Zufallsprinzip jeweils einer von drei Gruppen zugeteilt: regelmäßiges Krafttraining mit dem elastischen Band, Krafttraining plus Nahrungsergänzungsmittel sowie kognitives Training ohne Krafttraining. Allen Teilnehmerinnen wurde Blut abgenommen, um die wichtigsten gesundheitlichen Parameter untersuchen zu können. Kontrollen erfolgten in Abständen von drei Monaten.

Deutlich mehr Fitness

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten schon nach wenigen Monaten, wie sinnvoll das Krafttraining ist. So erhöhte sich bei den Frauen die Kraft der Beinmuskulatur um 12 bis 14 Prozent. Der Belastungstest beim Aufstehen aus einem Sessel zeigte in den beiden Gruppen, die das Krafttraining absolvierten, um 15 bis 18 Prozent bessere Ergebnisse. Die Blutuntersuchungen erbrachten Hinweise darauf, dass Krafttraining im höheren Alter zwar nicht immer unbedingt zu einer tatsächlichen Zunahme der Muskelmasse führt, dass aber der altersbedingte Muskelabbau gehemmt bzw. blockiert wird.

Training bremst sogar die Gebrechlichkeit

Insgesamt erwies sich moderates körperliches Training also auch mit der Wiener Studie als geeignetes Mittel gegen Muskelabbau und Gebrechlichkeit. Zunehmende Gebrechlichkeit – der aus dem Englischen stammende Fachbegriff lautet „Frailty“ – ist ein sehr komplexes Syndrom, von dem immerhin fast 10 Prozent aller über 65 Jahre alten Österreicherinnen und Österreicher bereits betroffen sind.

Gebrechlichkeit setzt schleichend ein, geht dann aber rasch über den normalen Alterungsprozess hinaus. Gekennzeichnet ist „Frailty“ u.a. durch die starke Abnahme von Muskel-, aber auch Knochenmasse, durch einen niedrigen Aktivitätslevel sowie körperliche und psychische Erschöpfung. Dazu kommen oft chronische Entzündungen und eine deutlich verminderte Geschwindigkeit beim Gehen. Durch die Gebrechlichkeit wird letztlich eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die dazu führt, dass die Betroffenen früher oder später ihre Selbstständigkeit verlieren und auf Pflege und Hilfe angewiesen sind.

Fachleute betonen jedoch, dass die Gebrechlichkeit weitgehend verhindert und sogar noch nach ihrem Einsetzen aufgehalten werden kann, wenn ältere Menschen zu körperlichem Training (Krafttraining), zu gesunder und ausreichender Ernährung sowie zu kognitiven Übungen, die das Denken und das Gedächtnis in Schwung halten, motiviert werden.

Werner Thelian

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*