Wasser: Quelle des Lebens und der Gesundheit

Der menschliche Organismus ist auf Wasser angewiesen, aus dem er auch selbst zum überwiegenden Teil besteht. Foto: CanStock Photo.

Wenn es um die wichtigsten Lebensgrundlagen des Menschen geht, kann nichts und niemand dem Wasser seinen Rang streitig machen. Der menschliche Körper, der selbst zu einem großen Teil aus Wasser besteht, ist in praktisch jeder seiner unzähligen Funktionen auf das kostbare Nass angewiesen. Wasser löst und transportiert Nährstoffe, sorgt für den rechtzeitigen Abtransport der Endprodukte des Stoffwechsels, wirkt an der Regulierung der Körpertemperatur mit und ist ein wichtiger Bestandteil der verschiedenen Körperflüssigkeiten. Wird der Organismus nicht ausreichend mit Wasser versorgt, lassen die negativen Folgen nicht lange auf sich warten.

Schon seit vielen Jahrtausenden richten die Menschen ihren Blick nach oben und beobachten die weit entfernten Abläufe am Sternenhimmel. Aber erst die Weltraumfahrt im 20. Jahrhundert hat es möglich gemacht, von „außen” einen Blick auf unseren Planeten zurückzuwerfen. Heute kennt jedes Kind eindrucksvolle Fotografien vom „Blauen Planeten”, die das Grobprofil der Erde als farblich reizvolles Wechselspiel von Land und Wasser offenbaren.

Rund 71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Mehr als 97 Prozent der irdischen Wasservorkommen fallen unter die Kategorie Salzwasser, während der Süßwasseranteil nur rund 2,5 Prozent beträgt. Aber auch diese etwa 42 Millionen Kubikkilometer Süßwasser stehen der ständig wachsenden Weltbevölkerung nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Drei Viertel davon sind in der Antarktis, auf Grönland, am Nordpol und in den Gebirgsgletschern zu Eis gefroren, und ein weiteres Fünftel zirkuliert als Grundwasser in den Tiefen der Erde. Der verbleibende Rest füllt schließlich zahlreiche Flussbette, Seen, Teiche und Sümpfe oder bewegt sich in Wolkenform, als Wasserdampf oder Regen in der Atmosphäre.

Mit diesen begrenzten Wasserreserven muss die Menschheit heute ebenso auskommen wie vor Tausenden von Jahren. Dennoch bräuchte sich niemand über Trinkwassermangel zu beklagen, gäbe es nicht das leidige Problem der zunehmenden Verschmutzung von Flüssen, Bächen und Seen und wären die der Menschheit zur Verfügung stehenden Trinkwasserreserven nicht so ungleich über den Erdball verteilt. Dabei ist und bleibt der Mensch auf die kostbare Flüssigkeit Wasser in vielerlei Hinsicht angewiesen.

Der Mensch besteht zu rund 60 Prozent aus Wasser

Die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage geht schon aus der Tatsache hervor, dass der menschliche Organismus zu etwa 60 Prozent aus Wasser besteht, wobei der tatsächliche Gehalt durchaus von Individuum zu Individuum variiert. So ist die Menge des sogenannten „Körperwassers” (damit bezeichnet man das in den verschiedensten Körperflüssigkeiten und den Zellen enthaltene Wasser) vor allem vom Lebensalter, dem Geschlecht und dem Fettgehalt des Körpergewebes abhängig. Je älter ein Mensch ist und aus je mehr Fettgewebe er besteht, desto weniger Körperwasser beinhaltet sein Gesamtorganismus.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt für das Körperwasser folgende Prozentsätze als Richtwerte an: Kinder 60 bis 75 Prozent, Frauen 50 bis 55 Prozent, Männer 60 bis 65 Prozent. Insgesamt beinhaltet der gesunde menschliche Körper damit ständig zwischen etwa 30 und mehr als 40 Liter Wasser. Zu rund zwei Drittel befindet sich dieses Wasser innerhalb der Körperzellen, während sich das restliche Drittel zwischen den Zellen im Gewebe verteilt oder in Form verschiedener Körperflüssigkeiten in Erscheinung tritt. So ist es u.a. ein wichtiger Bestandteil von Blut, Lymphe, Magensaft, Galle, Speichel und vieler anderer Flüssigkeiten bis hin zu Harn und Schweiß.

Wasser hat viele Aufgaben im Körper

Geht es um die Versorgung des menschlichen Organismus mit lebenswichtigen Substanzen, kann nichts und niemand dem Wasser den ersten Rang streitig machen. Durch seine physikalischen und chemischen Eigenschaften, die auch in unserer modernen Zeit noch längst nicht alle ihre Geheimnisse bis ins kleinste Detail preisgegeben haben, ist das Wasser im Körper die Grundlage für alle biochemischen Vorgänge. So können etwa Nährstoffe die Zellmembranen nur dann passieren, wenn sie zuvor gelöst wurden, was das universelle Lösungsmittel Wasser in jeder Hinsicht mit Bravour meistert.

Aber auch darüber hinaus erfüllt das Wasser unzählige lebenswichtige Aufgaben im Organismus. U.a. transportiert es die Nährstoffe dorthin, wo sie benötigt werden, sorgt für den Abtransport der Endprodukte des Stoffwechsels, hat wichtige Funktionen im Rahmen der Aufrechterhaltung und Feinregulierung der Körpertemperatur und gleicht dabei selbst starke Temperaturschwankungen perfekt aus. Daher ist die Aufrechterhaltung der Gesundheit des Körpers ohne einen geordneten Flüssigkeitshaushalt nicht möglich. Schwankungen und Veränderungen in diesem Bereich werden vom Organismus weitaus weniger toleriert als etwa Schwankungen und Abweichungen im Energiehaushalt oder im Vitaminstoffwechsel. Schon drei Tage ohne Wasser- bzw. Flüssigkeitszufuhr können zum Tod führen.

Jedes Mal, wenn die Flüssigkeitszufuhr über längere Zeit zu gering ist und den Bedarf nicht vollständig decken kann, stellt sich mehr oder weniger rasch die gefürchtete und gerade auch bei älteren, oft bettlägerigen Menschen vorkommende Dehydration (Austrocknung) ein. Wenn das passiert, ist die Flüssigkeitsbilanz des Körpers eindeutig negativ und der Körper verliert mehr Flüssigkeit als ihm zugeführt wird. Als Reaktion darauf fährt der Organismus viele seiner für das Überleben wichtigen Vorgänge zurück, es kommt zum allmählichen Anstieg der Körpertemperatur, zu Herzrhythmusstörungen, zur verminderten Durchblutung des Gehirns und kann im schlimmsten Fall, wenn nicht Abhilfe geschaffen wird, mit einem tödlichen Kollaps enden. Damit das alles nicht passiert, ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr in jedem Alter von entscheidender Bedeutung.

Wie viel Wasser ist wirklich notwendig und gesund?

Die Flüssigkeitsbilanz eines gesunden Erwachsenen liegt bei etwa 2,5 Litern täglich, wobei die Flüssigkeitszufuhr einerseits durch das Trinken, andererseits aber auch durch die Aufnahme und entsprechende Verarbeitung flüssiger und fester Nahrung erfolgt. Die Frage, wie viel Wasser bzw. Flüssigkeit täglich durch Trinken aufgenommen werden sollte, um optimal und gesund zu sein, ist nicht immer ganz einfach zu beantworten. Selbst unter den Fachleuten gibt es in dieser Hinsicht unterschiedliche Meinungen. Und spätestens beim „gesunden” Trinken, also der zusätzlichen Aufnahme von Flüssigkeit, scheiden sich endgültig die Geister.

Glücklicherweise sorgt unter normalen Bedingungen schon das Durstgefühl dafür, dass es nicht besonders schwer fällt, ausreichend zu trinken, um den Organismus bei voller Funktionstüchtigkeit zu erhalten. Dazu kommen die vielen überall zu findenden Empfehlungen, die zu einer bewussteren und regelmäßigeren Flüssigkeitsaufnahme im Dienste der körperlichen und psychischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit ermahnen. Weitaus seltener finden jedoch die zahlreichen Sonderfälle Beachtung, die mit bestimmten Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Beim Vorliegen solcher Erkrankungen sollte unbedingt mit dem Arzt über die Trinkmenge gesprochen werden.

Erhöhter Bedarf unter bestimmten Bedingungen

Im Allgemeinen wird die Ansicht vertreten, dass ein tägliches Minimum von mindestens 1 bis 1,5 Liter Trinkwasser bzw. -flüssigkeit erforderlich ist, um den Körper und alle seine Systeme am Laufen zu halten. Ein gesunder Erwachsener sollte aber täglich rund 2,5 Liter Wasser zu sich nehmen. Kinder und ältere Menschen können mit etwas weniger das Auslangen finden, stillende Mütter benötigen dagegen deutlich mehr. Das Wasser selbst wird dabei sowohl als Leitungs- oder Mineralwasser als auch über andere Getränke und über flüssige und feste Nahrung in den Körper aufgenommen.

Dass alle diese Werte letztlich nur Richtwerte sein können, zeigt sich schon daran, dass der Wasserbedarf des Organismus immer dann größer ist, wenn bestimmte Umstände vorliegen. So ist z. B. beim Fasten eine größere Flüssigkeitszufuhr erforderlich, aber auch bei deutlich erhöhtem Energieumsatz (z. B. bei sportlicher Betätigung oder schwerer körperlicher Arbeit), bei großer Hitze, bei trockener und kalter Luft, bei hoher Kochsalzzufuhr, hoher Eiweißzufuhr und bei vielen Erkrankungen, die u.a. mit Fieber, Erbrechen und Durchfall einhergehen. Es versteht sich also von selbst, dass gerade in solchen Situationen noch bewusster als sonst auf die ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden sollte, um eine optimale Flüssigkeitsbilanz im Körper zu gewährleisten.

Letztlich ist es der Durst, der uns antreibt, Flüssigkeiten in ausreichender Menge zu uns zu nehmen. Aber gerade in diesem Punkt kann es zu durchaus ernsten Problemen kommen, wenn nämlich das Durstgefühl beeinträchtigt ist. Das ist bei bestimmten Erkrankungen der Fall, tritt aber noch viel häufiger bei älteren Menschen auf. Gerade Seniorinnen und Senioren „vergessen” immer wieder darauf, ausreichend und regelmäßig zu trinken. Das kann besonders leicht zu einer negativen Flüssigkeitsbilanz und damit zu Schwäche und Erschöpfungssymptomen führen, die eine allmähliche Austrocknung signalisieren. (Tipps dazu im Infokasten rechts).

Werner Thelian

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*