„Masern sind kein Kinderspiel“

Die meldepflichtige Viruserkrankung Masern ist weltweit verbreitet und bereitet auch in Österreich Probleme. Das Gesundheitsministerium warnt davor, die Masern zu unterschätzen. Foto: Can Stock Photo.

Mit der Informationskampagne „Masern sind kein Kinderspiel“ macht das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen schon seit 2014 darauf aufmerksam, wie wichtig auch noch heute der Impfschutz gegen Masern und Röteln ist. Beide Infektionserkrankungen können sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen und mitunter zu gefährlichen Komplikationen führen. Gelingt es jedoch, die Durchimpfungsrate und den Informationsstand der Bevölkerung zu verbessern, könnten Masern und Röteln in Österreich eliminiert werden.

Masern gelten fälschlicherweise noch immer als Kinderkrankheit, obwohl sehr häufig auch Erwachsene davon betroffen sind. Die sehr ansteckende Infektionserkrankung, die von Viren verursacht wird, führt zur Entzündung der oberen Atemwege, zu hohem Fieber und zum typischen roten Masern-Ausschlag.

Bei Masern gibt es oft Komplikationen

Masern werden durch Tröpfcheninfektion oder den sonstigen Kontakt mit den infektiösen Sekreten bereits infizierter Personen von Mensch zu Mensch übertragen. Die ersten Krankheitssymptome treten normalerweise etwa 8 bis 12 Tage nach dem Erstkontakt mit dem Virus auf und machen sich zunächst meistens durch Schnupfen, trockenen Husten, gerötete Bindehäute, Fieber und einen Ausschlag am Gaumen bemerkbar. Einige Tage danach zeigt sich dann der eigentliche Masern-Ausschlag, der von hohem Fieber begleitet wird.

Besonders gefährlich sind Masern deshalb, weil sie nicht nur sehr leicht übertragbar sind, sondern in allen Altersgruppen relativ häufig zu schweren Krankheitsverläufen führen. Fachleute rechnen damit, dass es bei einem von fünf Erkrankten zu ernsthaften Komplikationen kommt. Das kann eine Mittelohrentzündung sein, aber auch eine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung.

In besonders schweren Fällen können die Masern auch tödlich enden. Gefürchtet, wenn auch glücklicherweise eher selten, sind die postinfektiöse Masernenzephalitis und die subakute skle­rosierende Panenzephalitis, die beide entzündliche Erkrankungen des Gehirns sind.

Auch die Röteln sind gefährlich

Auch die Röteln werden von speziellen Viren (Rubella-Virus) hervorgerufen und sind sehr ansteckend. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Kindern auf, aber unter bestimmten Umständen können auch Erwachsene davon betroffen sein.

Die Röteln machen sich nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen durch den typischen kleinfleckigen Hautausschlag, den Rötel-Ausschlag, bemerkbar. Dazu kommen Schwellungen der Lymphknoten, Bindehautentzündungen und recht häufig auch Gelenkbeschwerden. Auch Röteln können zu sehr ernsthaften Komplikationen führen – in erster Linie zu Bronchitis, Mittelohrentzündung, Entzündungen von Herzmuskel oder Herzbeutel und zu Entzündungen des Gehirns.

Ganz besonders gefährlich sind Röteln auch für Schwangere, weil es bei einer Rötelinfektion bis zur 17. Schwangerschaftswoche zu schweren Erkrankungen beim Embryo kommen kann.

Impfen verschafft Sicherheit

Einen wirksamen Schutz sowohl gegen Masern als auch gegen Röteln bieten nur die entsprechenden Schutzimpfungen, die in Österreich stets als Kombinationsimpfung (gegen Masern, Röteln und Mumps) angeboten und verabreicht werden. Seit fast zwei Jahrzehnten schon setzt man bei der Bekämpfung dieser poten­ziell sehr gefährlichen Infektionskrankheiten auf ein flächendeckend eingeführtes Gratisimpfprogramm, von dem seither alle Kinder erfasst werden.

Empfohlen werden zwei Impfungen, die ab dem elften Lebensmonat und spätestens bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen sollen. Junge Menschen, die als Kleinkinder noch nicht oder nur einmal gegen die Masern geimpft wurden, sollten den zweimaligen Impfschutz so rasch wie möglich nachholen. Angeboten werden auch Nachholimpfungen für Erwachsene (bis zum Alter von 45 Jahren), die (ebenfalls kostenlos) sind.

Weitere Informationen über die aktuelle Impf- und Informationskampagne des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen sowie eine Liste der Impfstellen findet man auf der Website www.keinemasern.at.

Werner Thelian


Die Masern-Situation in Österreich

Wie aktuell das Thema „Masern“ in Österreich ist, zeigt der Umstand, dass hierzulande laut nationalem Meldesystem allein im Jänner 2017 insgesamt 32 Masernfälle gezählt wurden, was eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren bedeutet. Das Gesundheitsministerium hat daher vor Kurzem alle nicht-geimpften Personen aufgerufen, sich so rasch wie möglich impfen zu lassen.

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