Die Hausstaubmilbenallergie

Hausstaubmilben lassen sich auch bei größter Sauberkeit nicht ganz vermeiden und können bei vielen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Foto: CanStock Photo.

Allergieauslösende Bestandteile der Hausstaubmilbe gelangen über die Luft in die Lunge und können so zum Auslöser von allergischen Reaktionen werden. Obwohl es schwer ist, der Hausstaubmilbe auf Dauer beizukommen, gibt es Mittel und Wege, um die Belastung in den eigenen vier Wänden zu reduzieren.

Den unablässigen Kampf gegen den Staub in den eigenen vier Wänden kennt wohl jeder. Kaum sind die grauen Staubflocken beseitigt, entstehen schon wieder neue. Und sich geschlagen zu geben und auf die regelmäßige Beseitigung zu verzichten, ist nicht nur aus ästhetischen Gründen problematisch, denn Staub gefährdet in vielerlei Hinsicht die Lebensqualität und die Gesundheit.

Spätestens dann, wenn man Staubflocken einmal genauer unter die Lupe nimmt, entpuppen sie sich nämlich als eine äußerst rege Ansammlung von allerlei Stoffen, die durchaus das Potenzial haben, allergische Reaktionen auszulösen. So finden sich im Hausstaub z. B. Blütenpollen, die von draußen in die Wohnräume gelangen. Aber auch sonst sind allerlei „Abfälle” dabei, die der Mensch oder seine großen und kleinen Mitbewohner hinterlassen. Neben menschlichen Haaren und Hautschuppen sind darin auch Tierhaare, Schimmelpilzsporen und nicht zuletzt auch die Bestandteile von Milben zu finden, die für Allergiker besonders unangenehm werden können.

Die kleinen Spinnentiere machen vielen Österreichern zu schaffen

Hausstaubmilben sind zwar ungebetene Gäste, lassen sich jedoch auch bei peinlich genauer Reinigung nicht vollständig vermeiden. Die winzig kleinen Spinnentiere, die mit freiem Auge nicht zu sehen sind, leben bevorzugt in Vorhängen und Betten, besiedeln Teppichböden, Polstermöbel und die Kuscheltiere der Kinder, haften an den Schuhen und der Kleidung und sogar an den Haaren. An und für sich stellen sie zunächst kein echtes Problem dar – zumindest so lange nicht, bis sie zum Auslöser allergischer Reaktionen werden.

Fachleute gehen davon aus, dass rund 25 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an mindestens einer Allergie leiden, und dass zumindest ein Drittel davon von der Hausstaubmilbenallergie betroffen ist. Dafür verantwortlich sind nicht die Milben selbst, sondern von ihnen abgesonderte Exkremente, die nach ihrer Ausscheidung an der Luft rasch zerfallen und so zu Bestandteilen des Staubes werden. Wenn der Staub dann aufgewirbelt wird, gelangen sie in großer Zahl in die Atemluft und von dort aus in die Lungen der Menschen, wo sie starke allergische Reaktionen auslösen können.

Die unangenehmen Folgen einer Hausstaubmilbenallergie sind wiederholte Niesattacken, ständiger Schnupfen, tränende Augen, Halskratzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Darüber hinaus besteht auch die Gefahr, dass die Ausscheidungen der kleinen Spinnentiere über die unmittelbaren allergischen Reaktionen hinaus im Laufe der Zeit zu Asthma bronchiale führen.

Davon sind wiederum auffallend oft Kinder betroffen, bei deren Asthma den Allergenen der Hausstaubmilbe oft die Hauptverantwortung zukommt. Dass ein Zusammenhang besteht, wurde schon durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt. So gehen die Forscher davon aus, dass rund 80 Prozent aller Kinder, die unter Asthma leiden, in erster Linie sensibel auf den Kot der Milben in ihrer Umgebung reagieren. Untermauert wird diese Erkenntnis auch dadurch, dass es den betroffenen Kindern rasch wieder besser geht, wenn sie in eine andere, hausstaubfreiere Umgebung gelangen.

Obwohl Hausstaubmilben für die Betroffenen ein Dauerproblem darstellen können, sind sie zu bestimmten Zeiten besonders aktiv. Im Frühling und im Frühsommer beginnen sie nämlich, sich zu vermehren, wobei das weibliche Spinnentier etwa alle drei Wochen bis zu 40 Eier legt und bei den warmen Wetterbedingungen im Hochsommer den Höhepunkt seiner Fruchtbarkeit erreicht.

Tipps und Ratschläge von Experten

Wenn die Hausstaubmilben Probleme bereiten, dann ist guter Rat teuer. Aber es gibt glücklicherweise Mittel, wie man die Situation deutlich verbessern kann. So empfehlen allergologisch geschulte Fachleute, besonderes Augenmerk auf die Schlafbereiche zu legen. Sie sollten besonders oft und auch für längere Zeit gelüftet werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Überzüge für Matratzen, Tuchente und Polster, die für die Milben undurchlässig sind, die Feuchtigkeit jedoch gut durchlassen.

Weiters sollte man auch auf die Wohnzimmercouch und die Teppiche achten, wobei letztere im Falle einer Hausstaubmilbenallergie ohnehin vermieden werden sollten. Auch hier gibt es spezielle Sprühlösungen, die bei der Reinigung helfen. Besonders hoch ist die Konzentration der allergieerregenden Milbenbestandteile oft in den Kuscheltieren der Kinder, die ebenfalls entsprechend gereinigt werden sollten. Sehr gut hilft es auch, wenn man die Kuscheltiere für ein oder zwei Tage in die Tiefkühltruhe legt. Dadurch werden die Milben vernichtet. Bettwäsche sollte man mit mindestens 60 Grad waschen, da ab dieser Temperatur die allermeisten Allergene vernichtet werden.

Werner Thelian


Wissenswertes

Die Hausstaubmilbenallergie tritt zwar ganzjährig auf, aber im Herbst, wenn die Heizperiode beginnt, nimmt die Milbenkonzentration in den Haushalten stark zu. Die davon ausgehende Gefahr wird häufig unterschätzt. Die Hausstaubmilbe ist weltweit die häufigste Ursache für Atemwegsallergien. Rund 20 Prozent aller Fälle allergischer Rhinitis werden von ihr ausgelöst, und mit den allergischen Reaktionen auf die Hausstaubmilben ist auch das Asthmarisiko beträchtlich erhöht.

Zudem beeinträchtigen Hausstaubmilben die Lebensqualität, sind oft verantwortlich für Schlafstörungen. Sind Menschen schon in jungen Jahren Hausstaubmilben ausgesetzt, besteht auch die Gefahr, dass sich später leichter chronische Erkrankungen entwickeln.

Quelle: www.milben-schutz.at

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