Mehr Lebensqualität trotz schwachem Herz

Ein gesundes Herz ist zu Höchstleistungen fähig. Bei bestehender Herzschwäche ist es umso wichtiger, die Therapieempfehlungen des Arztes genau zu beachten. Foto: Can Stock Photo

Wenn der Herzmuskel geschwächt ist und das Blut nicht mehr so gut in den Körper pumpt wie früher, spricht man von Herzinsuffizienz oder „Herzschwäche”. Rund 300.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an dieser häufigen und schweren Erkrankung, die oft durch jahrelangen hohen Blutdruck ausgelöst wird, meist schleichend beginnt und in weiterer Folge die Lebensqualität massiv beeinflussen kann.

Das Herz ist eine besonders leistungsfähige Pumpe, die mit jedem Herzschlag mehr als die Hälfte ihres Inhalts an Blut in den Körper entlässt. Im Ruhezustand werden jede Minute rund fünf Liter Blut in den Körper gepumpt, bei erhöhter Anstrengung kann die Leistung auch problemlos auf das 4- bis 5fache Volumen gesteigert werden. So garantiert das gesunde Herz, dass der Körper und seine Organe stets ausreichend mit Blut, mit dem darin befindlichen Sauerstoff wie auch mit anderen Nährstoffen und mit Energie versorgt werden.

Was meist über viele Lebensjahrzehnte hinweg völlig reibungslos funktioniert, wird dann problematisch, wenn der Herzmuskel geschwächt ist und die Pumpfunktion nachlässt. Dann spricht man von „Herzinsuffizienz” oder Herzschwäche.

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Die Ursachen für diese in Europa und den USA besonders häufige Erkrankung können vielfältig sein: u.a. kommen Erkrankungen der Herzkranzgefäße, langjähriger Bluthochdruck, Herzmuskelentzündungen, Herzmuskelerkrankungen z. B. infolge von langjährigem übermäßigem Alkoholkonsum oder einer Chemotherapie, Herzklappenerkrankungen oder auch eine angeborene Herzschwäche in Betracht.

Ist das Herz nicht mehr in der Lage, das Gewebe und die Organe mit ausreichend Blut und somit Sauerstoff zu versorgen, treten zahlreiche Beschwerden auf. Patienten mit Herzinsuffizienz fühlen sich rascher erschöpft, leiden nach körperlicher Anstrengung oder auch im Ruhezustand häufig an Atemnot, haben trockenen Reizhusten (vor allem im Liegen), geschwollene Beine, mangelnden Appetit, leiden unter Konzentrationsstörungen und bemerken einen verstärkten Drang zum Wasserlassen in der Nacht. Eine bestehende Herzschwäche kann auch mit einer beträchtlichen Gewichtszunahme verbunden sein.

Rund 300.000 Österreicherinnen und Österreicher leben derzeit mit der ärztlichen Dia­gnose „Herzinsuffizienz”. Das aber muss kein Schicksal sein, denn auch diese Erkrankung ist heute – die entsprechende Mitwirkung des Patienten vorausgesetzt – dank moderner Therapien und Medikamente gut behandelbar und zufriedenstellend in den Griff zu bekommen.

Auf die Zusammenarbeit mit dem Arzt kommt es an

Je früher vorhandene Probleme mit dem Herzmuskel erkannt werden, desto besser gelingt die Behandlung. Moderne Medikamente sind in der Lage, den Herzmuskel und seine Pumpleistung wieder zu stärken und so ein deutliches Plus an Lebensqualität zu bewirken. Wichtig ist es jedoch, die vom Arzt verordnete und überwachte Therapie strikt einzuhalten und sich in regelmäßigen Abständen erneut untersuchen zu lassen.

Häufig machen Patienten den Fehler, nach einer Verbesserung des Allgemeinzustandes wieder zur Tagesordnung überzugehen, die Medikamente nicht mehr regelmäßig einzunehmen oder gar selbst abzusetzen. Die Folgen können jedoch fatal sein: Die Beschwerden stellen sich erneut ein, und nicht selten kommt es dann zu akuten Notfällen, die mitunter auch tödlich enden. Der Grund: Das geschwächte Herz benötigt die Medikamente dauerhaft, um das Blut wieder in ausreichendem Maße in den Körper pumpen zu können. Veränderungen der Medikamentendosierung sind nur nach erneuter ärztlicher Untersuchung und auf Anordnung des Arztes sinnvoll.

Darüber hinaus sollte jeder Patient mit Herzinsuffizienz einen dauerhaft gesunden Lebensstil pflegen, Stress und schwere körperliche Belastungen möglichst vermeiden, Entspannungstechniken üben, sich regelmäßig bewegen und auch eine gesunde Ernährung mit salz- und fettarmer Kost einhalten. Natürlich wird der Arzt auch empfehlen, den Alkoholkonsum zumindest einzuschränken und mit dem Rauchen aufzuhören.

Wer sich an die Empfehlungen des Arztes und den individuell erstellten Therapieplan hält, kann sein Leben auch trotz Herzschwäche in guter Qualität genießen und durchaus auch zu gewohnter Leistungsfähigkeit zurückfinden.

Werner Thelian

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