Osteoporose: Wenn die Knochen schwächer werden

Bei Patienten mit Osteoporose besteht die Gefahr, dass sie Knochenbrüche erleiden. Mit jeder Fraktur steigt das Risiko. Foto: CanStock Photo.

Osteoporose, im allgemeinen Sprachgebrauch oft als „Knochenschwund” bezeichnet, kommt besonders bei älteren Frauen vor, aber auch Männer und jüngere Menschen sind betroffen. Sport und gesunde Ernährung in der Kindheit und Jugend sorgen für eine stärkere Knochenmasse und sind daher die beste Vorbeugung gegen Probleme mit den Knochen im Alter. Aber auch Erwachsene können einiges dafür tun, dass die einmal erworbene Knochenmasse möglichst lange erhalten bleibt.

Bei jedem Menschen wird die Knochenmasse in den jungen Jahren aufgebaut. Diese Entwicklung ist um das 30. Lebensjahr bereits weitgehend abgeschlossen. Dann ist auch die maximale Knochenmasse bzw. Knochendichte erreicht, von der der Körper das ganze weitere Leben zehren muss. Je stärker die einmal aufgebaute Knochenmasse ist und je besser sie in den folgenden Jahrzehnten aufrechterhalten werden kann, desto länger bleibt man in der Regel von diesbezüglichen gesundheitlichen Problemen verschont.

Der moderne Lebensstil hat seine Schattenseiten

Dabei orten die Fachleute den Beginn von Problemen schon bei Knochenaufbau in der Jugend. Der moderne Lebensstil mit immer weniger Bewegung und sportlicher Betätigung spielt dabei ebenso eine Rolle wie eine Ernährung, die immer optimal ist. Vor allem durch den weit verbreiteten „Schlankheitswahn” und Kalziumräuber wie Fast Food nehmen die Jungen oft viel zu wenig von dem so wichtigen Mineralstoff auf.

Aber auch im Erwachsenenalter, wenn die einmal erworbene Knochenmasse so gut wie möglich erhalten werden soll, spielen eine gesunde, kalziumreiche Ernährung und regelmäßiges körperliches Training eine wichtige Rolle. Viel Bewegung erhält nämlich nicht nur die Knochenmasse, sondern beugt auch dem Abbau von Muskeln vor und verringert somit das spätere Sturzrisiko im Alter beträchtlich.

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Osteoporose entwickelt sich über Jahre

Während ein gewisser Abbau von Knochenmasse ab dem 30. Lebensjahr durchaus normal ist und sich zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr sogar noch etwas beschleunigt, spricht man von Osteoporose dann, wenn sich die Knochenmasse weitaus schneller als gewöhnlich verringert und sich auch die Mikroarchitektur der Knochen verändert. Die Knochenfestigkeit und die Stabilität nehmen ab, weil die sogenannten Knochentrabekel zunehmend ausgedünnt werden. Die Knochen werden porös und können daher viel leichter brechen. Häufig kommt es dann auch zu feinen Rissen und Brüchen, die als Mikrofrakturen bezeichnet werden.

Dieser Prozess erstreckt sich über Jahre hinweg und bleibt von den Betroffenen zunächst lange Zeit unbemerkt. Später reichen oft schon einfache Belastungen wie das Heben einer Tasche oder das Abstützen am Treppengeländer aus, um eine Fraktur zu verursachen.

Bei der Entstehung von Osteoporose spielen viele Faktoren eine Rolle – u.a. das Geschlecht (viele Frauen erkranken wechseljahrbedingt), familiäre Veranlagung und das Bewegungs- und Ernährungsverhalten. Dazu kommen die Risikofaktoren Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und exzessive Koffeinaufnahme. Aber auch bestimmte Krankheiten, die zu einer negativen Kalziumbilanz führen – z. B. chronische Erkrankungen des Verdauungstraktes, Diabetes mellitus und Schilddrüsenerkrankungen – können die Entwicklung von Osteoporose begünstigen.

Besondere Probleme für Diabetiker

Bei Patientinnen und Patienten, die bereits an Osteoporose leiden, ist gezieltes körperliches Training unter Anleitung und Aufsicht eines Therapeuten ein wichtiger Teil der Behandlung, bei der auch auf die richtige, kalziumreiche Ernährung geachtet wird. Bei der Vorbeugung gegen Frakturen spielt auch der Hormonhaushalt eine Rolle, wobei vor allem dem Vitamin D große Bedeutung zukommt.

Zu besonderer Achtsamkeit raten Spezialisten übrigens v.a. Osteoporosepatienten mit Diabetes mellitus, denn gerade Zuckerkranke erleiden besonders häufig Knochenbrüche. Während eine Knochendichtemessung bei Diabetikern oft noch keinerlei Auffälligkeiten zeigt, neigt die äußere Schale des Knochens trotzdem bereits dazu, eine Art Löchrigkeit zu entwickeln. Darüber hinaus haben Diabetiker auch einen trägeren Stoffwechsel.

Werner Thelian

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