Kopfschmerzen und Co.: Was hinter der Wetterfühligkeit steckt

Dass Menschen auf Wetterumschwünge mit Schmerzen reagieren, ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Auch wenn eine wissenschaftlich stichhaltige Begründung bisher fehlt, können wetterbedingte Beschwerden manchmal wertvolle Hinweise liefern. Foto: Can Stock Photo

Wetterfühlig zu sein, kann mitunter eine große Belastung darstellen. Andererseits bieten die wetterbedingten Beschwerden auch die Chance, den ihnen möglicherweise zugrunde liegenden Gesundheitsproblemen auf die Spur zu kommen.

Jeder hat schon davon gehört und so mancher kennt es aus eigener Erfahrung: Schlägt dass Wetter plötzlich um, beginnen immer mehr Menschen damit, über Kopfschmerzen zu klagen. Und ist es nicht der Kopf, dann sind es oft alte, längst gut verheilte Verletzungen und Wunden, die sich in Form ziehender, pochender oder drückender Schmerzen wieder bemerkbar machen.

Aber auch der Blutdruck kann auf Veränderungen der Wetterlage reagieren, was sich nicht selten in Form unangenehmer Schwindelgefühle bzw. Schwummrigkeit im Kopf bemerkbar macht. Manche Menschen spüren Wetterumschwünge aber auch im Kieferbereich und durch eine deutlich gesteigerte Sensibilität von Zähnen.

Nicht restlos geklärte Ursachen

Obwohl es die Wetterfühligkeit schon immer gibt und dieses Phänomen entsprechend oft auch wissenschaftlich unter die Lupe genommen wurde, liegen die eigentlichen Ursachen und Zusammenhänge nach wie vor weitgehend im Dunkeln. Allerdings ist man sich in der medizinischen Forschung zumindest darüber einig, dass das Wetter selbst nicht der eigentliche Grund für die Beschwerden ist. Vielmehr kann es Leiden verstärken, die ganz andere Hintergründe haben: z. B. frühere Unfälle oder Operationen, aber auch chronische Erkrankungen wie etwa eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Bei manchen Menschen kann sich hinter den schmerzhaften und belastenden Reaktionen auf das Wetter aber auch ein Gesundheitsproblem verbergen, das bisher noch nicht erkannt und entsprechend diagnostiziert wurde. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, beim nächsten Arztbesuch auch das Thema Wetterfühligkeit anzusprechen und zu beschreiben, wie der eigene Körper auf Wetterveränderungen reagiert. Wo, wie stark, wie lange und in welcher Form sind die Schmerzen zu spüren? Treten die Schmerzen bei jedem größeren Wetterumschwung auf oder ist das nicht der Fall?

Aus der Beschreibung des Patienten kann der Arzt bestimmte Rückschlüsse ziehen, die ihn so möglicherweise auf eine bisher noch nicht erkannte Erkrankung aufmerksam machen. Oft sind das Erkrankungen, die sich über längere Zeiträume hinweg entwickeln und, sobald sie erkannt werden, auch gut und zumeist erfolgreich zu behandeln sind.

Selbst dann, wenn die Beschwerden eindeutig auf frühere Verletzungen oder Operationen zurückzuführen sind, können sie dem behandelnden Arzt wichtige Aufschlüsse über mögliche „Schwachstellen“ im Körper des Patienten geben, die fortan einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen.

Wetterfühligkeit kann gedämpft werden

Im Zusammenwirken von Patient und Arzt kann es auch sehr gut gelingen, wetterbedingte Beschwerden in den Griff zu bekommen. Während besonders starke und immer wiederkehrende Schmerzen, für die keinerlei Ursachen zu finden sind, ein Thema der speziellen Schmerzmedizin und Schmerztherapie bleiben, können viele andere wetterbedingte Schmerzen auch ohne den ständigen Einsatz von Medikamenten gemildert oder gar beseitigt werden. Viele Betroffene berichten nämlich darüber, dass die Beschwerden deutlich abklingen, sobald sie öfter ins Freie gehen, sich dort körperlich betätigen oder regelmäßig Sport an der frischen Luft betreiben.

Ein einfaches Mittel, mit dem ebenfalls schon oft positive Erfahrungen gemacht wurden, sind Wechselduschen. Die kalten und warmen Wassergüsse auf Arme und Beine (immer mit einem kalten Guss abschließen) härten auf eher sanfte Weise ab und lassen auch wetterbedingte Beschwerden nach und nach in den Hintergrund treten.

Werner Thelian

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