Restless Legs Syndrom: Wenn die Beine nachts nicht zur Ruhe kommen

Das „Restless Legs Syndrom“ ist eine neurologische Erkrankung und durchaus verbreitet. Foto: CanStock Photo.

Fachleute vermuten, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher am „Restless Legs Syndrom“ leiden. Die Ursachen dieser damit recht häufigen neurologischen Erkrankung liegen noch weitgehend im Dunkeln.

Wer vom „Restless Legs Syndrom“, kurz RLS, betroffen ist, klagt in erster Linie über Unruhe, Kribbeln und Schmerzen in den Beinen, wobei sich diese Symptome vor allem nachts und damit im Ruhezustand bemerkbar machen. Dieses „Syndrom der unruhigen Beine“ führt dazu, dass die Betroffenen häufig wach in ihren Betten liegen, die unangenehmen Empfindungen in ihren Beinen registrieren und als Reaktion darauf den Drang verspüren, die Beine zu bewegen. In selteneren Fällen können auch die Arme betroffen sein. Tatsächlich stellt sich dann durch die Bewegung eine Besserung bzw. Linderung der Beschwerden ein.

Das „Restless Legs Syndrom“ ist nicht unmittelbar gefährlich, aber sehr unangenehm. Es beeinträchtigt den Schlaf und damit auch das körperliche und psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität. Darüber hinaus bringt es mitunter noch viel weitreichendere Folge mit sich: Einerseits alle jene Probleme, die durch den Schlafmangel und die dadurch beeinträchtigte Erholung entstehen können, andererseits sogar so schwerwiegende psychische Probleme wie Depression, Angstzustände und Panikattacken. In besonders schweren Fällen sind die betroffenen Patienten gezwungen, ihr Leben lang Medikamente einzunehmen.

Ein geheimnisvolles Leiden

Obwohl diese neurologische Erkrankung schon vor Jahrhunderten erstmals beschrieben wurde, liegen ihre Ursachen bis heute weitgehend im Dunkeln. Zudem wird das „Restless Legs Syndrom“ selbst von Ärzten unserer Tage oft nicht gleich richtig eingeschätzt und kann auf diese Weise leicht verkannt werden. Besonders häufig ist dann vom Vorliegen venöser oder arterieller Erkrankungen die Rede.

Soweit man heute weiß, steht das „Restless Legs Syndrom“ in Zusammenhang mit einer Störung des Dopamin-Systems des Rückenmarks. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der u.a. für die Steuerung von Bewegungen unverzichtbar ist. Außerdem dürften auch genetische Faktoren eine große Rolle spielen.

Umfangreiche Forschungen in Deutschland

Besonders intensiv wird RLS seit einigen Jahren von deutschen Wissenschaftlern erforscht. Vor Kurzem wurde von der Technischen Universität München gemeinsam mit dem Helmholtz Zentrum München und dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie eine Studie durchgeführt, die auf die genetischen Ursachen des „Restless Legs Syndroms“ abzielte. Dabei wurden insgesamt 13 neue genetische Risikovarianten entdeckt, wobei auch gezeigt werden konnte, welche biologischen Prozesse im Detail betroffen sind. Insgesamt wurden die genetischen Daten mehrerer tausend Betroffener ausgewertet und den Daten der „Normalbevölkerung“ gegenübergestellt.

Dabei wurde u.a. entdeckt, dass bei der Erkrankung offenbar Gene eine Rolle spielen, die bereits an der embryonalen Entwicklung des Nervensystems beteiligt sind. Das ist umso überraschender, als das „Restless Legs Syndrom“ normalerweise erst in späteren Lebensjahrzehnten auftritt. Weil man nun aber weiß, dass angeborene Besonderheiten des Nervensystems bei der Entstehung der Erkrankung von nicht unerheblicher Bedeutung sind, besteht zugleich auch die Hoffnung, künftig bessere und wirksamere Therapien gegen das „Restless Legs Syndrom“ anbieten zu können.

Werner Thelian

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Mehr zum Thema “Restless Legs Syndrom” auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Restless-Legs-Syndrom

 

 

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