Neue Wege, den menschlichen Körper zu erkunden

Die „3D VisBox” ermöglicht es Forschern, in eine aus 3D-Daten geschaffene virtuelle Welt einzutauchen. Im Bild ist eine 3D-Darstellung des menschlichen Gehirns zu sehen, die Wissenschaftlern ein tieferes Verständnis des Organs ermöglicht. Foto: Pfizer Inc./Business Wire.

Virtuelle Realität (VR) ist einer der großen Zukunftstrends, stößt derzeit aber oft noch an technologische Grenzen. Welches Potenzial jedoch tatsächlich in den neuen Entwicklungen auf diesem Gebiet steckt und wie sehr diese auch dabei helfen können, Krankheiten früher und besser zu erkennen und anschließend zu heilen, wird zum Beispiel in der Entwicklungsabteilung von Pfizer in Cambridge, Massachusetts, demonstriert.

Virtual Reality, also die Wahrnehmung der Wirklichkeit in einer mittels Computertechnologie erschaffenen virtuellen Umgebung, ist eine besonders vielversprechende technologische Entwicklung unserer Zeit. Sie eignet sich längst nicht nur für spektakuläre Videospiele und andere Formen der Freizeitbeschäftigung, sondern kommt auch in der Forschung und bei der Entwicklung neuer Produkte zum Einsatz. Sie kann aber auch Medizinern, Chemikern und Pharmazeuten dabei helfen, neue Zusammenhänge zu erkennen.

Wie das aussehen und funktionieren könnte, wird derzeit schon in Cambridge, Massachusetts (USA) gezeigt. Dort arbeitet man in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des weltweit tätigen Pharmaunternehmens Pfizer schon seit einiger Zeit mit der neuen Technologie.

Einsichten bis auf die molekulare Ebene

Die Chemiker, Neurowissenschaftler und anderen Forscher des Unternehmens verwenden die sogenannte „3D VisBox“, um den menschlichen Organismus visualisieren und in einer virtuellen Umgebung erforschen zu können. Mit einem Gang durch den 3D-Würfel können sie den Körper, seine Organe und sogar noch seine kleinsten Zellen und Nervenschaltkreise im Gehirn anschaulich darstellen und bis ins Detail betrachten. Auf diese Weise sind Wissenschaftler in der Lage, ihre Daten viel schneller und viel problemloser zu überprüfen, als das bisher der Fall war.

Neue Therapie-Strategien sind bereits in Reichweite

Aus dieser neuen und besonders innovativen Möglichkeit in der Entwicklungs- und Forschungsabteilung von Pfizer in Cambridge ergibt sich eine Vielzahl von Chancen, neue Wege bei der Behandlung von Krankheiten zu beschreiten. Auf dieser Basis könnten künftig neue, hochwirksame und noch besser verträgliche Medikamente entwickelt werden, die ganz gezielt gegen Krankheiten gerichtet sind, die heute noch als unheilbar gelten. Fachleute gehen jedenfalls davon aus, dass Virtual Reality künftig die Medikamentenentwicklung in der gesamten pharmazeutischen Industrie nachhaltig beeinflussen und über kurz oder lang auch wesentlich verändern wird.

Werner Thelian

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