Richtiges Händewaschen – Wasser und Seife schützen vor Infektionen

Beim Händewaschen wird häufig der Fehler gemacht, auf die Stellen zwischen den Fingern zu vergessen. Auch dort können sich Krankheitserreger aufhalten. Foto: CanStock Photo.

Gerade in der kälteren Jahreszeit sind durch Bakterien und Viren ausgelöste Infektionen wieder auf dem Vormarsch. Am besten schützt man sich dagegen durch die richtige und konsequente Händehygiene mittels Wasser und Seife. Die Tipps der Experten helfen dabei, saubere Hände zu einem sehr wirksamen Schutzschild gegen Krankheitserreger zu machen.

Regelmäßiges und richtiges Händewaschen ist eine recht einfache, aber sehr wirksame Möglichkeit, um die Übertragung gesundheitsschädlicher Bakterien und Viren zu vermeiden. Diese vorrangige Präventions-Methode funktioniert das ganze Jahr über und hilft gerade auch in der kälteren Jahreszeit, den Körper u.a. vor Influenzaviren und damit einer Grippe zu schützen.

Tipps von Fachleuten

Zwar kann man den Kontakt mit Viren und Bakterien im Alltag niemals ganz vermeiden, aber immerhin die damit verbundenen Gefahren deutlich reduzieren. Wie aber wäscht man sich richtig die Hände? Wie lange soll Händewaschen dauern? Wann und wie oft ist es sinnvoll?

Die Experten der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin, die an der Medizinischen Universität Wien angesiedelt ist, haben natürlich auch diesbezüglich hilfreiche Tipps und Ratschläge parat. Sie raten dazu, die Hände jeweils mindestens 20 Sekunden lang sehr gründlich mit Seife zu waschen und dabei gerade auch auf die Hautstellen zwischen den Fingern nicht zu vergessen.

Über die Hände auf die Schleimhäute

Als Schutz gegen Keime ist das Händewaschen deshalb so wichtig, weil gerade die Hände immer wieder mit potenziellen Krankheitserregern in Kontakt kommen. Die lauern auf Türgriffen, Lichtschaltern, Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch sonst auf Gegenständen, die zuvor von vielen anderen Personen berührt wurden. Dort können z.B. Grippeviren etwa 48 Stunden lang überleben und während dieser ganzen Zeit von Menschen aufgenommen werden. Besonders problematisch wird es dann, wenn die Krankheitserreger anschließend über die Hände auf die Schleimhäute, vor allem von Mund und Nase, gelangen. Man geht davon aus, dass fast 80 Prozent aller Infektionskrankheiten (u.a. Schnupfen und Grippe) auf dem Weg über die Hände weitergegeben werden.

Was richtiges Händewaschen bewirkt

Konsequent durchgeführtes, richtiges Händewaschen reduziert die Gefahr einer Ansteckung massiv. Mit dieser einfachen und effektiven Maßnahme kann die Keimzahl auf den Händen um mehr als 99 Prozent reduziert werden. Am besten ist natürlich, sich daran zu gewöhnen, die Hände regelmäßig zu waschen. Besonders wichtig ist das Händewaschen immer dann, wenn man nach Hause kommt, vor dem Kochen oder dem Essen und natürlich nach jedem Gang zur Toilette.

Allerdings genügt es nicht, die Hände nur kurz abzuspülen. Sie sollten sorgfältig gewaschen werden. Dazu hält man die Hände unter fließendes Wasser und seift die Handinnenflächen, die Hand­rücken, die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume und die Fingernägel gründlich ein. Nach dem Waschen die eingeseiften Hände erneut unter das fließende Wasser halten, die Seife abwaschen und die Hände anschließend gut trocknen.

Aber auch noch beim Trocknen kann man einiges falsch machen. Zuhause sollte man immer sein eigenes Handtuch benutzen und auswärts zu Wegwerfhandtüchern greifen. Auch die kontaktlosen Handtrockner sind sinnvoll.

Seife reicht vollkommen aus

Die Seife ist für das Händewaschen deshalb so wichtig, weil sie die Oberflächenspannung des Wassers verringert. So kommt das Wasser mit den Schmutzpartikeln viel besser in Kontakt und reinigt wirksamer. Dabei reicht normale Seife vollkommen aus.

Fachleute sind sich einig, dass die im Handel als speziell antibakteriell und desinfizierend angebotenen und beworbenen Seifen überflüssig sind, weil sie Keime nicht besser entfernen als ganz normale Seifen. Durchaus von Vorteil sind jedoch Flüssigseifen, weil sie hygienischer als Seifenstückchen sind. Zudem sollte man pH-neutralen Seifen den Vorzug geben. Die Wassertemperatur hat auf die Wirksamkeit von Seifen übrigens keinen Einfluss.

In manchen Haushalten werden auch Desinfektionsmittel bei der Händehygiene eingesetzt. Die können zwar die Anzahl der Keime reduzieren, ersparen aber das Händewaschen trotzdem nicht. Eigentlich sind Desinfektionsmittel laut Fachleuten nur dann wirklich sinnvoll, wenn Familienmitglieder an einer hoch ansteckenden Infektion oder einer mit Immunschwäche einhergehender Erkrankung – zum Beispiel nach einer Krebstherapie – leiden. Werden spezielle Desinfektionsmittel zur Händehygiene eingesetzt, ist zu beachten, dass sie nur auf die trockene Haut eingerieben werden dürfen. Trägt man sie auf nasse Hände auf, verlieren sie ihre desinfizierende Wirkung.

Werner Thelian