Gendefekte können Karies begünstigen

Die konsequente und richtige Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind die besten Grundlagen für gesunde Zähne. Aber auch die Ernährung und die Vermeidung von Risikofaktoren spielen eine große Rolle. Foto: CanStock Photo.

Karies wird normalerweise von Bakterien ausgelöst. Aber die Mikroorganismen sind keineswegs die einzige mögliche Ursache. Auch mutierte, also veränderte Gene können zu Schäden im Zahnschmelz führen und damit die Entstehung und Entwicklung von Karies begünstigen. Diesem interessanten Zusammenhang sind Zahnmediziner vom Zentrum für Zahnmedizin an der Universität Zürich vor Kurzem näher auf den Grund gegangen.

Im Zuge ihrer Forschungen ist es den Schweizer Wissenschaftlern gelungen, eine Gruppe von Genen zu identifizieren, die für die Bildung und die Zusammensetzung des Zahnschmelzes verantwortlich ist.

Das härteste menschliche Gewebe

Zahnschmelz ist im menschlichen Körper das härteste Gewebe überhaupt und bildet die äußerste Schutzschicht der Zähne. Die millimeterdicke Schicht, die übrigens erst bei etwa 1.620 Grad Celsius ihren Schmelzpunkt erreichen würde, enthält Verbindungen von Kalzium, Phosphor, Magnesium und Natrium. Aber auch Proteine und Fette sind an ihrem Aufbau beteiligt. Kommt es zu Defekten im Zahnschmelz, kann die verloren gegangene Substanz vom Organismus selbst nicht mehr nachgebildet werden.

Karies ist das verbreitetste Gesundheitsproblem

Wissenschaftler von der Universität Zürich konnten zeigen, dass auch verändertes Erbgut die Zusammensetzung und die Härte des Zahnschmelzes beeinflussen kann. Durch verminderte Härte kann sich umso leichter Karies bilden, weil dem Angriff der Bakterien weniger Widerstand entgegengesetzt wird.
Zahnkaries gilt als die verbreitetste menschliche Krankheit. Durch die neuen Erkenntnisse soll es nun möglich werden, zahnmedizinische Produkte zu entwickeln, die das weitere Fortschreiten von Karies bei defektem Zahnschmelz hemmen.

Werner Thelian