Bauchspeicheldrüsenkrebs: Bei der Therapie hat sich einiges getan

In der Bauchspeicheldrüse werden sowohl wichtige Verdauungsenzyme als auch Hormone für die Blutzuckerregulierung gebildet. Aber auch dieses wichtige Organ ist vor der Entstehung von Krebs nicht gefeit. Foto: CanStock Photo.

Der Krebs der Bauchspeicheldrüse, auch „Pankreaskarzinom” genannt, ist eine relativ häufige und schwere Krebserkrankung. Während das Karzinom im frühen Krankheitsstadium noch gut heilbar ist, wird es häufig jedoch erst sehr spät entdeckt. In Österreichs Krankenhäusern setzt man mittlerweile bei der Therapie auf fächerübergreifende Zusammenarbeit, die das Bauchspeichelkarzinom besser behandelbar macht.

Jedes Jahr erhalten in Österreich etwa 1.600 Frauen und Männer die ärztliche Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs”. Die allermeisten Betroffenen werden davon wie von einem Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Ohne Vorwarnung ist eine sehr schwere Erkrankung in ihr Leben getreten und hat dieses mit einem Schlag grundlegend verändert.

Die relativ weitverbreitete Krebs­erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die wissenschaftlich als „Pankreaskarzinom” bezeichnet wird, kann im frühen Krankheitsstadium noch gut geheilt werden. Und zwar durch einen operativen Eingriff, bei dem das betroffene Gewebe entfernt wird.

Ganz anders sieht es jedoch in späteren Stadien der Krebserkrankung aus – vor allem dann, wenn bereits eine Metastasierung vorliegt. In diesen späten Krankheitsstadien kommen bei der Behandlung vorrangig medikamentöse Therapien oder auch eine Strahlentherapie zum Einsatz, die allerdings beide in einer sehr hohen Zahl der Fälle nur sehr eingeschränkt wirken. Weil das Pankreaskarzinom bei der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen – Fachleute sprechen von etwa 80 bis 90 Prozent – erst sehr spät entdeckt wird, ist die Prognose in diesen Fällen meistens entsprechend ungünstig.

Versuch einer optimalen Therapie

In Österreich werden Patienten mit einem Pankreaskarzinom, das erst in einem späten Stadium diagnostiziert wurde, in Schwerpunktzentren dennoch optimal behandelt und betreut. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, dass die beste Therapie für diese Patienten eine fächerübergreifende ist, bei denen Fachleute verschiedener Disziplinen eng zusammenarbeiten. Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass unter den behandelnden und betreuenden Personen ein entsprechender Austausch über Diagnose, Therapie, auftretende Therapienebenwirkungen und Fragen der Nachsorge stattfindet.

Zu diesem Zweck gibt es in österreichischen Krankenhäusern eigene „Tumorboards”, wo gemeinsam die individuell beste Behandlungsstrategie entwickelt wird. Besonders wichtig ist, dass an der Therapieentscheidung nicht nur Ärzte mitwirken, sondern auch Psychoonkologen, Ernährungsexperten und natürlich auch der Patient selbst. Zudem ist man in Österreich in viele aktuelle internationale Studien eingebunden, sodass es möglich ist, den Patienten die jeweils am besten geeignete Therapie zugänglich zu machen.

Werner Thelian


Wissenswertes über die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse, in der Fachsprache der Mediziner auch „Pankreas” genannt, ist ein etwa 15 bis 20 Zentimeter langes Organ, dessen Form oft mit einem Keil, manchmal auch mit einer Birne verglichen wird. Sie liegt hinter dem Bauchfell zwischen Magen, Leber und Milz eingebettet und ist für die Produktion von über 20 wichtigen Verdauungsenzymen verantwortlich. Diese werden zur Zerlegung der Nahrung in ihre Bestandteile und deren anschließende Nutzung benötigt. Die Enzyme werden erst im Zwölffingerdarm aktiviert, was die Bauchspeicheldrüse vor der Selbstauflösung schützt.

In der Bauchspeicheldrüse werden aber auch die lebenswichtigen Hormone Insulin und Glucagon produziert. Beide Hormone sind für die Blutzucker­regulierung im Körper entscheidend.


Entstehung durch Vererbung und Life-Style

Bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs spielen, wie man heute weiß, erbliche Faktoren mitunter eine große Rolle. Wenn eine familiäre Häufung vorliegt, also bereits mehrere Verwandte (mindestens zwei in einer Linie) an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, empfehlen Fachleute eine genetische Beratung bei einem Spezialisten, um ein – allerdings eher seltenes – familiäres Pankreaskarzinom auszuschließen.

Weitere Risikofaktoren sind aber auch andere erblich bedingte Krebserkrankungen (z. B. erblicher Brustkrebs sowie erblicher Dickdarmkrebs) und eine vererbte Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Häufig das Resultat einer ungesunden Lebensweise

Weitaus öfter wird Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch durch eine grundsätzlich ungesunde Lebensweise begünstigt: u.a. durch Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum und Übergewicht. Oft ist auch ein bereits bestehender Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder auch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung mitverantwortlich an der Entstehung.

Anfangs gibt es kaum Symptome

Das Pankreaskarzinom macht sich anfangs kaum durch Symp­tome bemerkbar. Daher wird der Tumor meistens erst in einer späteren Phase entdeckt, wenn bereits benachbarte Organe befallen sind und entsprechende Funktionsstörungen auftreten. Dann können die Symptome sehr vielgestaltig sein und werden meistens von lang anhaltenden, gürtelförmigen Schmerzen im Oberbauch begleitet.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*