Vitamin-D-Mangel erhöht offenbar das Alzheimerrisiko

Alzheimer oder eine der anderen Demenzerkrankung können jeden treffen. Neben den Patienten und ihren Angehörigen sind auch die Gesundheitssysteme gefordert. Foto: Can Stock Photo.

Dass es Zusammenhänge gibt, wurde schon seit längerem vermutet. Nun konnte im Rahmen einer Studie an der Universität Exeter nachgewiesen werden, dass das Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz zu erkranken, mit dem Gehalt von Vitamin D im Blut zusammenhängt.

Die Wissenschaftler von der britischen University of Exeter staunten selbst nicht schlecht, als sich die Ergebnisse ihrer Studie immer deutlicher abzuzeichnen begannen. Demnach erkranken nämlich 65-Jährige mit einem deutlichen Vitamin-D-Mangel etwa doppelt so häufig an Alzheimer und Demenz wie Vergleichsgruppen mit einem guten bzw. ausreichenden Vitamin-D-Status.

Insgesamt wurden rund 1.700 Personen im Alter von 65 Jahren und darüber sechs Jahre lang untersucht und beobachtet. Während alle Teilnehmer zu Beginn gesund und gehfähig waren, änderte sich das – wie nicht anders zu erwarten war – im Laufe der Zeit bei vielen. Nach Ablauf des Untersuchungszeitraumes waren 171 Personen an Demenz erkrankt, wobei bei 102 Betroffenen die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde. Dabei zeigte sich jedoch deutlich, dass das Erkrankungsrisiko bei denen, die einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen, offenbar um über 70 Prozent höher war als bei Personen mit gutem Vitamin-D-Status. Lag ein schwerer Vitamin-D-Mangel vor, war das Risiko sogar um 120 Prozent erhöht.

Noch keine endgültige Klärung, aber Anlass zur Hoffnung

Im Rahmen der britischen Studie konnte allerdings nicht geklärt werden, ob der Vitamin-D-Mangel eine der Ursachen für die Demenz war oder „nur” als Begleit- oder Folgeerscheinung auftrat. Entsprechend vorsichtig äußern sich daher auch die Studienautoren, die jedoch davon ausgehen, dass der Vitamin-D-Mangel die Entwicklung der Demenzkrankheit bei ihren Patienten beschleunigte. Eine mögliche Erklärung: Das zum überwiegenden Teil vom Körper selbst gebildete Vitamin D beeinflusst sowohl bestimmte Proteine, die für das Wachstum von Nervenzellen wichtig sind, als auch die sogenannten Makrophagen, die als „Fresszellen” jene Ablagerungen (Plaques) beseitigen, deren Vorhandensein eine wichtige Rolle bei der Alzheimerkrankheit spielt.

Die Bedeutung von Vitamin D erneut unterstrichen

Bei aller Vorsicht wird durch Studien wie diese die Bedeutung von Vitamin D für den menschlichen Körper und seine Gesundheit erneut unterstrichen. Der Körper bezieht das Vitamin D auf natürlichem Wege aus zwei Quellen: einerseits aus dem Sonnenlicht, das die körpereigene Vitamin-D-Produktion in Gang setzt, und andererseits aus bestimmten Nahrungsmitteln wie z. B. Fischgerichten. Daher sollten im Interesse der Gesundheit zweimal wöchentlich Fischgerichte auf dem Speiseplan stehen. Darüber hinaus sollte die Haut täglich etwa 10 bis 15 Minuten der natürlichen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

In Österreich ist wie in den meisten europäischen Ländern ein leichter Vitamin-D-Mangel recht häufig, der vor allem auf die in unseren Breiten herrschenden klimatischen Bedingungen (weniger Sonnentage) zurückzuführen ist.

 Werner Thelian

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